Das Dream-Team des Ost-Rock - LEGENDEN STERBEN NIE!
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BAND
Marcus Schloussen
Delle Kriese
Thomas "Monster" Schoppe
Gisbert "Pitti" Piatkowski
Christian "Kuno" Kunert
 
Heinz Prüfer
Klaus "Jenni" Renft
Peter "Pjotr" Kschentz
WEGGEFÄHRTEN
Jochen Hohl
 
"Cäsar" Peter Gläser
Gerulf Pannach
Peter "Cäsar" Gläser
geboren am 07.01.1949
gestorben am 23.10.2008
Bands
Renft
Karussell
Amiga Blues Band
Cäsars Rockband
Blankenfelder Boogie Band
Cäsar und die Spieler I 88/89
Cäsar Trio
Cäsar und die Spieler II
Peter Gläser
Wie alles begann
Klaus Renft (Die Nase): Tja, er wohnte unweit von mir, in der Nähe der Riemannstraße. Ich hatte von ihm gehört und bin einfach hingegangen. Hab geklingelt, er holte seine Gitarre und kam runter. Wir setzten uns auf eine Parkbank in der Nähe. Dort hat er mir zwei, drei Lieder vorgespielt. Und bei „Monday, Monday" von den „Mamas and Papas" kommt eine Stelle zwischen Refrain und Strophe, die harmonisch sehr kompliziert ist. Diese Stelle hat er richtig gespielt, und es war für mich klar: ‚Das muss er sein!' Hätte er die Stelle irgendwie überspielt, wäre es für mich erledigt gewesen... (Auszug aus dem Buch : Nach der Schlacht, Schwarzkopfverlag)
Und dann?
Mit kurzer Unterbrechung (Wehrdienst) gehörte Cäsar bis 1975 zur Renftcombo und stieg nach dem Verbot der Gruppe bei ‚Karussell’ (zuvor Fusion) ein, das war ´76. Einige schöne Songs sind aus dieser Zeit verblieben, beispielsweise ‚gelber Mond’, ‚Tanzen’, ‚McDonald’. Cäsar schien dennoch eingeengt und die Band wurde selbstzufrieden, schien dem schnöden Mammon hinterher zu schielen. So stieg er ´83 dort aus und formierte seine erste eigene Band ‚Cäsars Rockband’. Dazwischen wuselte er ein wenig bei der Amiga Blues Band. Einige Rundfunkproduktionen gab es, wie ‚steig ein’, ‚Wolken ziehen hin’ oder ‚Im Bauch des Riesen’. An letzteren kann ich mich nicht erinnern, ihn im Rundfunk gehört zu haben. War ja auch schon wieder ganz schön „frech“. Dann noch die Geschichte mit dem Gästebuch der NVA und die ersten Ausreisegedanken. Musikalisch ging nicht mehr viel, zumindest öffentlich. Nach vielem hin und her, doch der Ausreiseantrag. Jetzt kommen zum ersten mal ‚die Spieler’ ins Gespräch. Eine Schülerband und Cäsars Sohn mit von der Partie. Professionelle Klänge waren hier nicht zu erwarten, aber Feuer gab es und zwar von Cäsar, gepaart mit Texten von S. Anderson.
Cäsar bezeichnet diese Aufnahmen, die nachts heimlich in einem Kulturhaus aufgenommen wurden als ‚Geheimaufnahmen', was sie ja letztendlich sind. Für uns hat er sie hevorgeholt und auf CD gepreßt. Unter dem Titel „Ich will mich nicht erinnern", ist dieses Zeitdokument jetzt zu haben.
Schließlich die Ausreise `89 und das erste Wiedersehen der alten Haudegen, nach dem Mauerfall. Auf der Reunion-Tour 1990 war er dennoch nicht dabei, stieß aber später mit hinzu. Kurz vor der geplanten Tour ´92, setzte er sich wieder ab, was manchen verstörte in der Band. Warum, sagt er uns später.
An dieser Stelle verweise ich unbedingt auf das Buch „Nach der Schlacht“, von Delle Kriese.
Cäsar gewann den Kampf mit sich und stand mit seinem Trio 1995 wieder auf der Bühne und bringt endlich die lang ersehnte CD „Cäsar“ heraus. Als Gast dürfen wir Pjotr erleben. Es naht die Zeit seines 30 jährigen Bühnenjubiläums, aus diesem Anlaß folgt ein Sampler aus 30 Jahren Cäsar-Musik. Die CD „GLÄSERklirren“, ein MUSS für jeden Fan. Fast gleichzeitig die CD „Cäsar die zweite“, wo Gerulf Pannach mitmischt. Im Gegenzug „hilft“ Cäsar Gerulf Pannach bei den Produktionen zur CD „YORCK17“ aus. Wir schreiben das Jahr 1996 und hier gibt es wahre Wirbelstürme. Klaus Renft wird aus seiner Combo gecancelt und findet in Cäsar einen treuen Weggefährten. Zudem gelingt es Cäsar KUNO und Jochen Hohl für seine Jubiläums-Tour zu gewinnen.
Kuno hat Blut geleckt und ist als Herbergsvater wieder auf den Geschmack gekommen. Cäsar läßt sich nicht lange bitten und spielt ´98 mit KUNO die CD „ich bau euch ein Lied“ ein. Irgendwo dazwischen formiert sich die Klaus Renft Combo neu und tritt den Vergleich zu ‚Monsters Renft’ an. Nun sind sie alle zu Klaus Renft gewechselt und Monster steht allein da. Dennoch hält Cäsar sich zurück. Er ist mit seinem Trio ja ohnehin erfolgreich. Etwas unwohl mag er sich auch gefühlt haben, bei diesem durcheinander. Als wenn es dieser „Stürme“ bedarf, ensteht tatsächlich eine astreine neue Renft-Scheibe „als ob nichts gewesen wär“. Das Cäsar und Monster nicht mit dabei sind, wie noch auf den Jubiläumsfeiern zum 40ten Bühnenjubiläum von Klaus Renft ist zwar schade, aber nicht zu ändern.
Cäsar hat andere Pläne und donnert 1999 eine Platte auf dem Markt, die es in sich hat. Mit mittelalterlichen Klängen verwöhnt er die Fans und trifft genau den Nerv und Zeitgeist. Dabei unübersehbar die Wurzeln – Renft. „Wandersmann“ nennt Cäsar sein Werk, wozu er Verstärkung holt und sein Trio erweitert. Cäsar & die Spieler versetzen dabei auch den ‚Wandersmann’ in eine andere Zeit. So springt nicht nur er, sondern auch Cäsar durch die Zeit. Sein Motto für 2000 deshalb „Zeitsprünge“.
Ich habe hier „nur“ den Musiker Cäsar aufgezeigt. Seine anderen Neigungen hin zum Hörspiel (Fontane) oder das Ding mit Ekkehard Schall, wird später an anderer Stelle bearbeitet. Vielleicht nicht ganz unwichtig, alle Produktionen Cäsars sind noch käuflich. Wie sehr wünschten wir uns das auch von Renft...
Text: Harald Sturm
Cäsar: Cäsar-Music
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