Das Dream-Team des Ost-Rock - LEGENDEN STERBEN NIE!
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BAND
Marcus Schloussen
Delle Kriese
Thomas "Monster" Schoppe
Gisbert "Pitti" Piatkowski
Christian "Kuno" Kunert
 
Heinz Prüfer
Klaus "Jenni" Renft
Peter "Pjotr" Kschentz
WEGGEFÄHRTEN
Jochen Hohl
 
"Cäsar" Peter Gläser
Gerulf Pannach
Thomas "Monster" Schoppe
geboren am 28.06.1945
Bands
Axel Kühn Quintett
Klaus Renft Combo
Windminister
Monsters Renft
Thomas "Monster"
Schoppe und Band
 
Monster´s Webseite
Thomas Schoppe
Wie alles begann (bei Klaus Renft 1970)
Klaus Renft: Na, erst mal brauchten wir einen, der singen kann. Hans-Jürgen Beyer stand uns nicht mehr zur Verfügung. Der war bei Schikora. Cäsar mit seiner tiefen Stimme hätte nur schlecht ‚Child in time’, ‚Court of the Crimson King’, oder was wir sonst noch spielten, singen können. Das ist klar. Und Kuno war ja noch gar nicht aktuell. Wir reden jetzt über die Jahre 1970-71. Mir wurde aber erzählt, daß da einer ist, der wie Joe Cocker singen kann! Bei einer Mugge von dem ‚Axel Kühn Quintett’ – dort war Monster der Sänger – sind wir hingefahren, um uns das anzuhören. Da stand ein, mir eigentlich auf den ersten Blick nicht gerade sympathischer, Typ auf der Bühne. Aber brüllen konnte der! Da war eine Power! Ein Wahnsinniger ! Ich hab mich natürlich mit ihm verabredet. Als wir uns trafen, hatte er so eine gelbe Lederjacke an, das weiß ich noch... Thomas Schoppe – den Namen konnte ich mir nie merken – schlug vor, etwas von ‚Steppenwolf’ zu singen. Das Lied hieß ‚Monster’. Als die Anwärter dann alle aus dem Proberaum rausgingen sagte ich: „Dieser ‚Monster’ hat mir am besten gefallen! Seitdem wurde er nur noch so genannt“...
Thomas Schoppe: ... Als wir mal in Borna spielten, war zugleich Renft im großen Saal vom Kulturhaus. Alle rannten dorthin und zu uns kamen nur zwei, drei Leute. Ein paar Wochen später spielten wir wieder dort in Borna, und plötzlich ging ein Raunen durch das Publikum, weil Klaus Renft reinkam. Daraufhin haben wir uns gleich verspielt. Er war gekommen, um sich uns anzuhören. Dann kam er nochmal, als wir in Gaschwitz spielten. Na, wir waren gegen die von Renft kleine Piepels, die hatten schon eine gewisse Aura... ...Dann sagte Klaus zu mir: “Wie wäre denn das. Bist Du interessiert? Komm doch mal vorbei.“ Ich ging hin, und er hat mir das ganze Programm mal vorgespielt: Vanilla Fudge, King Crimson und so. Ich war natürlich völlig von den Socken. Mich hat´s umgehauen. Er fragte dann: „Willst Du bei uns einsteigen?“ Im Frühjahr ´70 wurde dann geprobt. (Auszug aus dem Buch „Nach der Schlacht“, Schwarzkopfverlag)
Und dann?
Bis 1975 ging alles seinen „sozialistischen Gang“, „wohlbehütet“ und mit kleinbürgerlicher Provinzialität sorgten sich die Kulturverantwortlichen der DDR um diese Combo „Renft“. Oder sorgten sie sich vielmehr um den Bestand und der Beibehaltung des stalinistischen Miefs mit deutscher Gründlichkeit? Jedenfalls scherten sich die Mannen um RENFT immer weniger um das, was man ihnen anempfahl (freundlich befahl). Diese Klamotten, dieses Auftreten, diese Texte... Dieses Lotteriespiel wurde verloren, denn die Kreuze machten die Funktionäre. September ´75 – Schluss, Aus, Feierabend mit der Träumerei unter´m Apfelbaum. Das Verbot war endgültig und nicht nur ein „Stubenarrest“.
Die volle Härte bekamen Kuno und Gerulf Pannach zu spüren, die im Schweife der Ausbürgerung Wolf Biermanns im November 1976 verhaftet wurden, wegen angeblicher "staatsfeindlicher Gruppenbildung". Eine Verhaftung ahnend, produzierten Pannach & Kunert zuvor noch ein paar Lieder und vertonten Texte von Jürgen Fuchs. Hierbei half ihnen Monster. Diese „Heimaufnahmen“ wurden über R. Havemann und seine diplomatischen Beziehungen in den Westen geschmuggelt, vom Westberliner "Schutzkomitee Freiheit und Sozialismus" vorgestellt und dann im RIAS ausgestrahlt. Die Plattenfirma CBS brachte diese Aufnahmen im gleichen Jahr auf Vinyl (LP).
Monster ist mit seiner Familie nach West-Berlin gegangen worden, da ihm die Existenzgrundlage entzogen wurde. Für jemanden, der einen Sozialismus mit menschlichem Antlitz wollte, ein Trauma. Durchgewurschtelt hat er sich wie andere auch. Das Projekt „Windminister“ hatte sich schon nach zwei Konzerten erledigt. Ob unter tatkräftiger Mithilfe der „Stasi“, sei dahingestellt. Dann der Mauerfall und das Treffen der wohlgelittenen Renftler. Ja und schon ging es weiter wie es aufhörte, mit Streit. So mancher glaubte sich eingerichtet und arrangiert und verspürte keine Lust auf RENFT.
Mit einigen neuen Gesichtern begann die Reunion-Tour im Mai 1990, um den endgültigen Untergang der DDR beizuwohnen. Das hatten sie sich verdient. Darauf verzichtet hatten Cäsar, Kuno und Jochen Hohl.
Monster war immer einer, der das RENFT-Feuer am lodern hielt, stocherte aber auch in der Glut. Streitigkeiten und Umbesetzungen waren die Folge. Dies allein Monster anzurechnen wäre auch nicht richtig. Der produktive Streit fehlte, jeder beharrte auf seinen Standpunkt und Klaus Renft als Band-Leiter, hatte nicht mehr die Fähigkeit, alle Zügel in der Hand zu halten. So langsam entglitt Klaus die Sache und stand auf einmal vor der Tür.
1996 gab es ein zweites Live-Album. Eigentlich zu lange und darum hat mancher sich die Haut verbrannt, weil zu lange in der Ostalgie-Sonne. Andere Ost-Gruppen produzierten dagegen eine neue Platte nach der anderen, manche gar im Stil „Modern Talking“, was die Quantität angeht. Ein ganz herber Schlag muss es doch für Renft gewesen sein, als Gerulf Pannach den Puhdys eine ganze Platte voll Texte lieferte... Monster muss das alles ganz schön auf den Geist gegangen sein und auf der Stelle geh´n, wollte er auch nicht. Renft sah er als Projekt an und nicht als Produkt des Namengebers. Daher bezog Thomas Schoppe die Rechtfertigung den Namen Renft zu erweitern. 1998 firmierte die Gruppe unter den Namen „Monsters Renft“. Die alten Haudegen waren aber nicht mehr dabei. Im Gegenteil. Klaus Renft zog Kuno, und gar Jochen Hohl wieder auf seine Seite. Das hing auch mit Cäsar zusammen, der die Aussteiger wieder aktivierte, um sie für seine Jubiläums-Tour zu gewinnen. Auch Pjotr war wieder mit dabei. So gab es doch einen Renft-Kern, auf dem Klaus Renft wieder aufbauen konnte.
Endlich wurde auch wieder produziert und eine CD mit neuem Material entstand, die größtenteils auf Kuno basiert. Ich nenne sie die „Liederlichste Musik“ von Renft, weil doch sehr liedhaft. Die Einflüsse von Cäsar und Monster fehlen gänzlich, leider. Damit soll nichts gegen die Qualität der 99er CD gesagt sein, die tadellos ist. Im Vorfeld zu dieser CD „als ob nichts gewesen wär“, formierte Renft also die alten Kameraden mit Verstärkung. Dagegen stand „Monsters Renft“, Das konnte nicht gut gehen. Klaus Renft hatte schon Erfahrung mit solchen „Namensklau“. Schon gegen die Crossover/Ska-Band „The Butlers“ aus Berlin klagte er, da dies ja seine Band aus den 60ern war und heute noch mit dem Weggefährten und alten Butler H.-D. Schmidt existiert. Geholfen hat es nichts. Schmidt nennt die Band nun „Hans-Dieter Schmidt & the Butlers“.
Zweimal RENFT, zweimal „The Butlers“ – das ist wohl zuviel. Zumindest mit Monster wurde Klaus Renft sich einig und Monster legte den Namen „Monsters Renft“ ab. Zum 40ten Bühnenjubiläum (1998) von Klaus Renft, stand die komplette ´75er Besetzung der Renftcombo noch einmal zusammen auf der Bühne. 1999 tourte Monster natürlich weiter, jetzt aber unter „Thomas ‚Monster’ Schoppe und Band“. Die erste Produktion, eine Single entsteht. Leider ist diese nur für Veranstalter gedacht, bei denen ohne Promotion-CD nichts geht. Nach einer Krankheit gibt Monster weiter Konzerte und bastelt an seiner ersten Solo-CD „Kampf um Liebe“. Die Wunden, die man sich nun gegenseitig zufügte waren/sind tief. Dennoch stand Monster noch einmal zu einer kurzen Session bei der 99er Renftcombo auf der Bühne und verabschiedete sich mit den besten Wünschen für die neu formierte Band.
Text: Harald Sturm
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